Immer wenn ein Unternehmen, eine Internetseite bzw. ein Soziales Netzwerk die Nutzerdaten seiner Mitglieder vermarkten wollte hagelte es Proteste von Seiten der Medien, diverser Datenschutzorganisationen und einigen Mitgliedern. Doch wieso? Wo liegt das große Problem, wenn ein Social Network die Nutzerdaten vermarktet? Um alles an Beispielen zu erläutern gehe ich in diesem Artikel von meiner Person & der Community studivz aus.
Wieso wollen Communitys die Nutzerdaten ihrer Mitglieder vermarkten?
Eine Community ist schwer zu vermarkten, anders als beispielsweise ein Magazin. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Nutzergemeinde ist nicht an Werbung interessiert. Die Nutzer möchten Nachrichten schreiben, Fotos anschauen und Kontakte aufrecht erhalten bzw. neue Kontakte knüpfen. So ist es zwar kein Problem für studivz massenweise Pageimpressionen (#1 Deutschland) und Besucher zu generieren, doch da die Mitglieder die Werbung nicht wahrnehmen, ist die Vermarktung äußerst schwierig. Die Lösung: Die Vermarktung von Nutzerdaten. Bei studivz.net gibt jeder User diverse, zum Teil persönliche, Daten von sich preis: Hobbys, Lieblings Bücher, Lieblings Filme, usw. anhand der Gruppen ist es zudem möglich zu selektieren, wofür sich der Nutzer interessiert.
Wieso sind diese Nutzerdaten so wertvoll?
Marketingverantwortliche stehen immer wieder vor demselben Problem: Streuverluste. Was bringt es einem Mann Werbung für Tampons einzublenden? Wieso sollte man einem Schüler die neue Mercedes C-Klasse vorstellen? Durch die Vermarktung der Nutzerdaten ist es möglich, den Usern Zielgruppenorientierte Werbung einzublenden. So würden Schwangere Werbung für Babyutensilien sehen, ein Mottorrad-Freak Werbung für einen Motorrad-Onlineshop und ein Batman-Fan würde den neuen “Batman: The Dark Knight”-Trailer eingeblendet bekommen.
Was ist an der Vermarktung von Nutzerdaten so dramatisch?
Datenschützer sehen ein großes Missbrauchspotential bei dieser Vermarktungsart. Ich kann dies kaum nachvollziehen: Das Missbrauchspotential ist auch so gegeben. Die User veröffentlichen diese Daten öffentlich und so ist es anderen Möglich diese Daten einzusehen. Im Dezember 2006 gelang es bspw. jemanden 1.074.574 StudiVZ-Profile herunterzuladen und anschließend zu analysieren.
Meine Meinung zur Vermarktung von Nutzerdaten
Ich persönlich hätte nichts dagegen wenn meine Daten von einer Community vermarktet werden würden. Ich hätte dies in einem angenehmen Rahmen sogar lieber als die derzeitige Werbung. So erhielt ich in meinem studivz meinvz-Profil beispielsweise Werbung für die Erdbeerlounge – einem Online-Magazin für Frauen. Da bin ich definitiv die falsche Zielgruppe und diesen Streuverlust hätte man einfach eindämmen können.
Fazit: Die Vermarktung von Nutzerdaten ist nur noch eine Frage der Zeit, bis diese mehr zum Einsatz kommt. Meinem Erachten nach sollte man den Usern nicht das Gefühl geben ausspioniert zu werden und man sollte die Nutzer deutlich über die Vermarktung aufklären.
Und, liebe Datenschützer, sorgt lieber dafür das uns unser Staat nicht zu sehr ausspioniert: Online Durchsuchungen sind ein viel wichtigeres Thema. Und das Finanzamt hat auch Einsicht auf unsere Konten.
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